Xmas

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Freitag, 22. November 2019

46. Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz eröffnet

Der Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz zählt zu den ältesten undtraditionsreichsten Adventsmärkten der Welt. Am 21. November öffnet der 46. SalzburgerChristkindlmarkt. Bildquelle: christkindlmarkt.co.at, Salzburg - Neumayr 


+Viel traditionelles Handwerk, kulinarische Schmankerln und tägliche Brauchtumsveranstaltungen
+Täglich bis einschließlich 26. Dezember für die Besucher geöffnet

(21.11.2019Salzburg) - Der Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz befindet sich im Herzen der barocken Altstadt von Salzburg und zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Adventsmärkten der Welt. Die Wurzeln des ehemaligen "Tandlmarkts" reichen bis in das Jahr 1491 zurück. Besucher aus der ganzen Welt und vor allem das heimische Publikum schätzen das vielfältige Angebot der traditionellen Verkaufsstände. Täglich bis einschließlich 26. Dezember ist der Salzburger Christkindlmarkt für seine Gäste geöffnet.

Der Salzburger Christkindlmarkt bietet ein umfangreiches kulturelles Programm mit mehr als 90 Veranstaltungen, wie das traditionelle Turmblasen, die jungen Turmbläser, tägliche Chorkonzerte, Krampus- und Perchtenläufe sowie die Auftritte des Salzburger Christkindes mit seinen Engerln. Das neue Salzburger Christkind und die Engerl werden am Sonntag, dem 1. Dezember offiziell vorgestellt. Während der Adventszeit sorgen sie mit himmlischen Auftritten für einen vorweihnachtlichen Glanz am Salzburger Christkindlmarkt.

Neben der Bewahrung einzigartiger Traditionen wird auch viel regionales Handwerk an den 96 grünen Hütten des Salzburger Christkindlmarktes am Dom- und Residenzplatz angeboten. Zahlreiche Aussteller sind in ihren Bereichen Künstler und bieten handgemachte Unikate. Dazu zählen Holzspielzeug und Schnitzereien, nostalgische Schilder, Schlossereiprodukte, aufwendig verzierte Glas- und Christbaumkugeln, Keramikgegenstände, Gewürzsträuße sowie gut duftende Seifen. Die Gäste finden am Christkindlmarkt auch wertvolle Kerzen, Wachsfiguren, exotischen Weihrauch und ein großes Angebot an Floristik und Weihnachtsdekoration.

Neuer Schwerpunkt: Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Als größte jährlich in Salzburg stattfindende Marktveranstaltung möchte der Salzburger Christkindlmarkt auch bei den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit besondere Akzente setzen. Neu ist die Einführung eines Pfandsystems für alle Plastik- und Glasflaschen. Damit soll erreicht werden, dass alle verkauften Mehr- und Einwegflaschen wieder retour kommen und von den Standbesitzern ordnungsgemäß entsorgt werden. Ebenso neu sind ökologische und kompostierbare Tragetaschen als Alternative für herkömmliche Tragetaschen sowie die klimaneutrale Produktion von Flyer und Prospekten.

Weitere Klimamaßnahmen sind: Der gesamte Strom, der am Christkindlmarkt verbraucht wird, ist umweltfreundlich erzeugt und stammt aus Kleinwasserkraftwerken und bereits vor einigen Jahren stellte man die Beleuchtung des gesamten Christkindlmarktes auf LED-Leuchtmittel um. Weiters werden schon seit vielen Jahren Getränke wie Punsch und Glühwein nur in Pfandtassen an die Gäste ausgeschenkt.

'The Times' lobt Salzburger Christkindlmarkt für Brauchtum und Tradition
Eine große Freude bereitete im letzten Jahr eine Auszeichnung aus England. Die renommierte britische Tageszeitung 'The Times', die täglich von einer Million Briten gelesen wird, wählte den Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz zu einem der fünf schönsten Märkte in ganz Europa. Besonders hervorgehoben wurden das Brauchtum mit den vielen alten Traditionen sowie die täglichen Auftritte von Chören vor dem Dom. "Authentisches und heimisches Brauchtum ist für uns als Betreiber des Salzburger Christkindlmarktes eine absolute Herzensangelegenheit", freut sich der Obmann des Salzburger Christkindlmarktes Wolfgang Haider.

Daten & Fakten
Die Wurzeln des ehemaligen "Tandlmarktes" reichen bis in das Jahr 1491 zurück.
Seit 1974 gibt es den Salzburger Christkindlmarkt in seiner heutigen Form.
500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an den 96 Ständen des Christkindlmarktes beschäftigt.
Der gesamte Bereich am Dom- und Residenzplatz ist barrierefrei besuchbar.
Mehr als 90 Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen stehen auf dem Programm.
Die Tradition des Salzburger Christkindes gibt es bereits seit 1974.
Die britische Tageszeitung 'The Times' zählt den Salzburger Christkindlmarkt zu den fünf schönsten in Europa.

Das Weihnachtslied "Stille Nacht! Heilige Nacht!" wird am Christkindlmarkt nur am 24.12. gesungen.
Geöffnet hat der Salzburger Christkindlmarkt bis einschließlich 26. Dezember.

Wichtige Termine am Salzburger Christkindlmarkt:
Donnerstag, 21.11., 10 Uhr: Der Salzburger Christkindlmarkt öffnet seine Tore für die Besucher
Donnerstag, 21.11., 18 Uhr: Offizielle Eröffnung des 46. Salzburger Christkindlmarktes
Sonntag, 1.12., 16 Uhr: Vorstellung des neuen Salzburger Christkinds und seinen Engerln
Donnerstag, 5.12., 18:30: Lauf der Krampusse
Freitag, 6.12., 15:30: Besuch vom Nikolaus und Kinderkrampus
Samstag, 21.12., 19:00: Großer traditioneller Perchtenlauf
Täglich: Chöre am Markt, Krippenausstellung, Lebkuchenbacken, geführte Weihnachtstouren
Jeweils am Dienstag: Sing mit! Freies Chorsingen für jedermann
Jeweils am Mittwoch: Auftritte der jungen Turmbläser und des Salzburger Christkindes, Kinderlesung
Jeweils am Donnerstag: Traditionelles Salzburger Turmblasen
Jeweils am Donnerstag im Advent: Sonderführungen im DomQuartier Salzburg
Jeweils am Freitag: Kinderchöre singen vor dem Dom
Jeweils am Samstag: Traditionelles Salzburger Turmblasen
Jeweils an den Adventssonntagen: Auftritt des Salzburger Christkindes und seinen Engerln
Alle Termine und Details unter: www.christkindlmarkt.co.at 

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 10:00 - 20:30 Uhr
Freitag: 10:00 - 21:00 Uhr
Samstag: 9:00 - 21:00 Uhr
Sonntag, Feiertage: 9:00 - 20:30
24.12.: 9:00 - 15:00 Uhr
25.12. und 26.12.: 11:00 - 18:00 Uhr

Mittwoch, 20. November 2019

"Wie gehe ich mit meiner Hochbegabung um?"



Wir werden immer wieder gefragt: "Wie ist das denn so im täglichen Leben, hochbegabt zu sein?" Saskia-Marjanna Schulz hat ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Mit ihrer Erlaubnis gebe ich diese Erfahrungen hier weiter. Das Original ist 2015 in "Die Hochbegabung" veröffentlichst worden.


"Ich war kein Wunderkind. Ich war Pippilotta.

Als ich sieben war – da war ich Pippilotta. Meine Freunde sagten Pippi zu mir. Meine Freunde – das waren die Bäume. Meine besten Freunde hiessen Tommy und Annika: eine Rotbuche und eine Lerche.  Bei uns war um 07:00 die Welt schon in Ordnung. Und abends um 07:00 war die Welt immer noch in Ordnung. Meistens hatte ich an diesen Tagen irgendwie die Welt verbessert. Einen Frosch, eine Libelle – zumindest aber ein Blume gerettet. Nicht jeden Tag. Aber oft. Öfter als Weihnachten und Ostern zusammen. Das war mein Geschenk an die Welt.

Meine Gefühle erlebte ich in der Natur. Damals war die Welt einfach. Ich sprach mit den Bäumen und Blumen und sie sprachen mit mir. Wenn ich mich von meiner Mutter nicht verstanden fühlte – und das war nicht selten der Fall – waren die Bäume auch meine Familie. Die Bäume und Blumen waren mein Alles.
Hochbegabung war ein Wort, das ich nicht kannte.

Das änderte sich als ich zur Uni ging und Biologie studierte.

Mein Prof wunderte sich über meine Fragen. Immer wieder schüttelte er den Kopf. Nicht immer fand er Antworten, die mich zufrieden stellten. Dabei hatte ich mir das schön und einfach vorgestellt: Ich wollte die Natur vor der Verschmutzung retten und die Menschen vor dem Hunger bewahren. Deshalb studierte ich auch noch Chemie. Ich war fleissig. Aber auch angepasst. Bis mir der Kragen platzte. Dann wurde ich rebellisch. Endlich ging meinem Prof das richtige Licht auf und  er schickte mich zum Psychologen.

Als ich hörte, dass ich hochbegabt bin, war das wohl mehr für die anderen eine Antwort. Ich wusste nicht wirklich, was das bedeutete und warum es so wichtig sein sollte. Aber ich bemühte mich: Ich las und las und las. Fast alles über Hochbegabung. Und so begann ich mich und die anderen Menschen besser zu verstehen. Das war gut und richtig: Wenn ich die Welt vor dem Hunger bewahren wollte – musste ich mich und die anderen verstehen können.
Ich machte mich also auf den Weg, Konzepte zu entwickeln, wie die Welt vor dem Hunger gerettet werden konnte. Als ich einsehen musste, dass all mein Mühen nicht den gewünschten Erfolg brachte, war ich sehr traurig.
Wozu all die Hochbegabung?

Ich brauchte meine Zeit, um all das zu verarbeiten. Und startete neu im Leben: Einfach leben. Den Hunger und die Verschmutzung nicht aus den Augen lassend. Aber erst einmal einfach leben.

„Einfach leben“? Als wenn das so einfach wäre – für Menschen mit einem IQ grösser als 130. „Einfach leben“ – ist im Programmheft mit der Aufschrift „Hochbegabung“ NICHT, ich betone NICHT vorgesehen.

Aber wem erzähle ich das? Wenn Sie hochbegabt sind, wissen Sie wie eckig das Leben sein kann. Wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie hochbegabt sind, erkennen Sie sich vielleicht wieder in dem, was ich so erlebt und beobachtet habe.
Beginnen wir mit dem Super-Vor-Urteil: Hochbegabte wissen fast alles und können fast alles. Ja, jetzt müssen Sie ganz tapfer sein: Dies ist ein Märchen.
Gewiss, es mag da ein Mädel geben, das Einsteins Welt und die Relativitätstheorie nicht nur verstanden hat, sondern sie auch noch in einfachen Worten erklären kann. Über ihrem Bett hängt vielleicht nicht das Bildnis ihres Liebsten, sondern ein Poster von Albert E. Sie wird vielleicht nicht von George Clooney träumen, auch nicht von Justin Bieber oder Bastian Schweinsteiger. Coole Stunts aus "The Dark Knight", "Stirb langsam" oder "Heat" werden sie kaum berühren. Aber sie bekommt Schnappatmung, wenn sie  „Buster Keaton“ hört. Oder „Nobelpreis“. Oder „Marilyn vos Savant“.

Vielleicht kann sie die besten Spaghetti Aglio e Olio der Welt kochen und kennt sich aus mit Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio, Umberto Eco. Sie weiss, dass Aristoteles zwei besondere Bücher über „Dramen“ geschrieben hat: Die Poetik und ein weiteres Buch, dass verschollen ist (vernichtet beim Brand in Alexandria? Und dabei denkt sie auch über den Tractatus Coislinianus nach). Ja. Sie hat nicht nur Umberto Eco gelesen, sondern auch griechische Geschichte studiert. Ja. Auch in Griechenland. Aber wenn Sie sie fragen, warum sie so viele Kochrezepte da liegen hat mit all den Anmerkungen – wo doch ihr Kühlschrank fast immer so gut wie leer ist. Dann wird sie Ihnen gestehen, dass sie ausser Spaghetti Aglio e Olio nicht kochen kann – und es endlich lernen will. Hochbegabte tun sich mit einfachen Aufgaben oft sehr schwer – und ich meine hier: Kartoffel schälen, Kartoffel kochen, Salat waschen. Wenn Sie nun mit diesem Mädel eine Wanderung in den Bergen machen, werden Sie feststellen, dass sie morgens 30 Minuten früher aufsteht: Sie hat Schwierigkeiten, sich dieses komplizierte System zu merken, mit denen sie ihre Wanderschuhe schnüren muss. Und sie ist zu feinfühlig, Sie lange warten zu lassen.
Hochbegabte sind keine Überflieger. Sie sind einfach nur: anders.
Sie sind so individuell, dass ich sie nicht mit wenigen Worten oder Sätzen beschreiben kann. Gleichwohl möchte ich erzählen, was ich gelesen, beobachtet und erlebt habe.

Ich vergleiche meine Erlebnisse mit Hochbegabten indem ich von unterschiedlichen Völkern berichte. Wir wissen genau, dass es „den Deutschen“, „die Französin“, „den Italiener“, „die Amerikanerin“, „den Afrikaner“ nicht gibt. Gleichwohl entstehen in unserem Kopf Bilder, wenn wir an „die Französin“ denken. Egal, ob sie nun aus einem Vorort von Paris kommt, in der Bretagne zu Hause ist oder in Clermont-Ferrand. Wir stellen uns vor, dass sie gut kochen kann, hinreissend aussieht, gut duftet, wahrscheinlich eher dunkelbraune Haare hat und einen sehr roten Lippenstift. Vielleicht singt sie "Hymne à l’amour" von Edith Piaf oder "Pour que tu m’aimes encore" von Céline Dion oder "La mer" von Charles Trenet. Wir können ihre Stimme hören, selbst wenn wir nicht jedes Wort verstehen.

Im Grunde genommen könnte ich das auch von einer Italienerin, von einer Engländerin oder von einer Deutschen sagen. Jedoch steigen uns zumeist bei einer Deutschen und einer Engländerin andere Bilder in den Kopf.
Ich wage mich jetzt an Impressionen über Hochbegabte.

 Das Leben der anderen
 Denken ohne Limit
 Bitte an Bord kommen zu dürfen.
 Immer im Think-Big-Modus
 Hallo Alice: Willkommen im Wunderland!
 This is the beginning of a beautiful friendship.

1.   Anders als das Leben der anderen oder: Warum kann ich nicht mitspielen?
Katharina FIETZE schreibt: „Intelligenz ist ein Verstandesvermögen. Sie wird definiert als eine sehr allgemeine geistige Kapazität, die – unter anderem – die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, zum Planen, zum schnellen Lernen und zum Lernen aus Erfahrungen umfasst.“ Damit zitiert sie Detlef H. ROST, 2009.

Bei all diesem „Vermögen“: Wieso gelingt es Hochbegabten nicht wirklich gut, sich in die Gemeinschaft der anderen zu integrieren? Denn eins ist sicher: Hochbegabte möchten gerne „normal“ sein. Normal wie jeder andere Mensch auch. Und dafür tun sie verdammt viel. Nicht ohne Angst zu haben, entdeckt zu werden. Sie verleugnen damit ihre Individualität und Authentizität. Sie verleugnen damit ihre auch ihre Intelligenz. Das alles, um einfach „dazu zu gehören“.

Andreas BRACKMANN, 2005, Psychotherapeutin, Autorin und Kultfrau der Hochbegabten, schreibt in ihrem ersten Buch “Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?“: „Die meisten Hochbegabten, die zu mir kommen, sind unzufrieden oder unglücklich darüber, nicht ‚normal‘ zu sein. Oft äussern sie, dass sie ihre Hochbegabung liebend gerne mit dem Normalsein tauschen würden.“

Die normalen Menschen erkennen oft – früher oder später – dass man als Hochbegabter anders ist. Wie BRACKMANN, 2007, in ihrem zweiten Buch „Ganz normal hochbegabt. Leben als hochbegabter Erwachsener“ schreibt, haben Hochbegabte von allem MEHR als die anderen: „MEHR denken. MEHR fühlen. MEHR wahrnehmen.“ Im sozialen Umfeld wird ein solcher „Reichtum“ – auch, wenn er von den „Reichtumsbesitzern“ abgelehnt wird – wahrgenommen. Als Bereicherung – oder auch als Störung. Oder auch als eine Mischung aus beiden. Selten neutral. Dies wirkt wiederum zurück auf die zumeist (hoch-)sensiblen Hochbegabten. Sie fühlen sich ertappt, haben das schlechte Gewissen und kritisieren sich. Und das kann dann schon mal zu einem SUPER-GAU ausarten. Denn mit Kritik umgehen – das können Hochbegabte gar nicht.

2.   Zu intelligent oder: Warum verstehe ich die anderen nicht?
Nun sind die Hochbegabten so überdurchschnittlich intelligent – warum gelingt es ihnen nicht, zu erkennen, wie die anderen ticken? Die einfache Antwort: Durch die Ausstattung der Hochbegabung hat ein Mensch nicht automatisch ein abgeschlossenes Studium der Psychologie, Soziologie und/oder  Pädagogik in der Tasche.

Hochbegabte Techniker/innen, Chemiker/innen oder Physiker/innen – ebenso wie hochbegabte Reinigungskräfte, Wurstverkäufer/innen oder Friseur/innen werden in ihrem Beruf Ausserordentliches leisten. Das Wissen, die Erfahrungen und die Sensibilität, die notwendig ist, um andere Menschen zu verstehen und gut mit ihnen umgehen zu können, ist jedoch niemandem in die Wiege gelegt worden. Auch Hochbegabten nicht.

3.   Berührungsängste oder: Warum verstehen mich die anderen nicht?
BRACKMANN, 2007, schreibt dazu: „Stark vereinfacht gesagt bedeutet Hochbegabung mehr von allem: mehr denken, mehr fühlen und mehr wahrnehmen. Dem liegt meine Vermutung zugrunde, dass Hochbegabte Informationen und Reize aller Art (…) intensiver und komplexer verarbeiten als die Mehrheit. Dies kann viele Vorteile, aber auch einige Nachteile haben.“
Auch aus diesem Grund reagieren die hohen IQ-ler schneller, auch wagemutiger und normverlassend. Andere Ü130er sehen das oft spielerisch und freuen sich über die Herausforderungen. Normalerweise haben die Menschen jedoch eine andere Denk- und Handlungs-Geschwindigkeit, brauchen eine andere Zeit, um das nachvollziehen zu können – und verweigern dann auch schon mal die Denk-Gefolgschaft. So wie Marathon-Läufer/innen zumeist anders unterwegs sind als die Menschen, die eher ein „normales“ Walking oder Jogging absolvieren. Nicht immer ist den Hochbegabten dies bewusst – und nicht immer haben sie die Geduld zu warten.

Da Hochbegabte zumeist besonders feinfühlig sind, bekommen sie bewusst – oder auch unbewusst – mit, dass sie andere Menschen überfordern. Und sie gehen dann wieder streng mit sich ins Gericht. Durch die Bank leben sie in dem Muster: die anderen verstehen mich nicht – aber ich bin es Schuld. Die Schuld ist nicht selten ein ständiger Begleiter.
Das kann für beide Seiten sehr traurig sein.

4.   Hochbegabung – was macht das mit mir?
Wie schon erwähnt, gehen die Menschen davon aus: wer hochbegabt ist – der kann alles. Zumindest sollte er (fast) alles können und wissen. Und so ist der Spot vorprogrammiert. Nicht nur normale Menschen machen Fehler. Manchmal habe ich den Eindruck: Hochbegabte machen noch öfter Fehler. Während die anderen Menschen – mit einem IQ unter 130 – dann getröstet werden, reagieren die meisten Menschen bei Hochbegabten mit verdeckter – aber oft auch mit offen gezeigter – Schadenfreude.

Hochbegabung – was macht das mit mir? Wenn ich früh und angemessen gefördert wurde, meine Begabungen entdecken und entwickeln konnte, meine Aufgabe gefunden haben: dann kann Hochbegabung mich sehr glücklich machen.

Wenn ich jedoch gar nicht weiss, ja, nicht einmal erahne, dass ich hochbegabt bin, weil ich Begabung und Bildung nicht scharf trennen kann – weil ich kein Wunderkind bin und/oder meine Eltern nur „ganz einfache Leute sind – und ich allein schon deshalb nicht hochbegabt sein kann“ – dann kann Hochbegabung ein grosses Leid verursachen.

5.   Unverständnis: Wenn ich hochbegabt bin – bin ich dann sowohl als auch?
Wir haben gelernt: Hochbegabte haben „ein Mehr“ von fast allem. Was noch erschreckender sein kann: Sie können auch ein „Weniger“ haben, genauer gesagt: ein „Sowohl als auch“. FIETZE spricht von Gegensatzpaaren, konkret sagt sie: „Die hochbegabte Persönlichkeit kann eine ganze Bandbreite von Qualitäten in sich vereinen, die zwischen zwei Extremen hin und her rangieren. Sie ist nicht das eine oder das andere: sie ist beides zugleich. (…) Beide Hälften sind gleichrangig.“

FIETZE erklärt, dass diese Art zu denken bereits sehr alt sei und sie beruft sich dabei auf PYTHAGORAS, ALKMAION VON KROTON sowie auf HERAKLIT VON EPHESOS. Sie schreibt weiter: „Im 20. Jahrhundert wurde es von der Humanistischen Psychologie erneut aufgegriffen. QUILTMANN sieht darin einen brauchbaren Ansatz für die Begabungsforschung.“
Dazu möchte ich ein drei Gegensatzpaare von FIETZE aufgreifen, in denen sich Hochbegabte erkennen können:


 „Wachheit – Müdigkeit“. Bekannt ist, dass viele Hochbegabte nur wenige Stunden Schlaf benötigen. Dazu wird oft Napoleon Bonaparte aufgeführt. Aber auch hochbegabte Babys und Kinder sollen weniger Schlaf benötigen. Das ist auch richtig. Demgegenüber stehen wiederum andere Hochbegabte, die so viel zu denken und geistig zu verarbeiten haben, dass sie eher zu den Langschläfern zählen. Albert Einstein soll gut und gerne seine 12 Stunden gebraucht haben.

„Schnelligkeit - Langsamkeit“. Erinnern Sie sich daran, dass ich beschrieben habe, wie schnell Hochbegabte denken und handeln können – und dann manchmal sehr viel Geduld aufbringen müssen für die Menschen, die mit einer anderen Geschwindigkeit leben. Sie erinnern sich aber vielleicht auch daran, dass das Mädel mit der grossen Liebe zu Albert E. im zarten Altern von 32 noch immer nicht kochen gelernt hatte. Und wenn sie ihre Wanderschuhe schnüren wollte, eine halbe Stunde früher aufstehen musste.


  „Oberflächlichkeit-Perfektionismus“. Ich gebe es ja gerne zu: Wir Hochbegabten lieben unseren Perfektionismus. Ich kenne eine hochbegabte Studentin, die 24 Stunden an einem Wochenende für genau 3 (drei!) Seiten einer wissenschaftlichen Veröffentlichung brauchte. Sie war so fasziniert von dem Text, dass sie sich immer weiter und tiefer in die Materie einarbeiten musste und darüber alles andere vergass. Genau diese Frau stellt sich – ein paar Jahre später – einer ganzen Klasse von Facharbeitern. Sie schiesst ein Seminar über ein ihr vollkommen unbekanntes Thema an einem Wochenende einfach „aus der Hüfte“. Weil sie für einen kranken Kollegen einsprang.

Beide Wochenende waren für sie vollkommen normal.

6.   Die Erlösung: Von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung
Das bei weitem wichtigste Thema innerhalb der Hochbegabung ist für mich das Erkennen und Annehmen der Hochbegabung. Wer hochbegabt ist – und es nicht weiss, wird sein Leben lang mit dem Gefühl verfolgt: Da ist etwas in mir, das zu mir gehört, zu dem ich aber keinen Zugang habe. Dass ich nicht annehmen – aber auch nicht abgeben kann.

Wenn ich sie – die Hochbegabung – erkannt habe, kann ich zuerst mit ihr alleine bleiben. Mich an sie gewöhnen. Und wenn ich meine, stark genug zu sein – dann kann ich der Welt verkünden: Ja, ich bin hochbegabt. Vielleicht erst einmal im kleinen Kreis. Dann in grösseren Kreisen. Da, wo es Sicherheit gibt und Vertrauen. Wo ich mich geliebt und geborgen fühle.

Wenn ich dies nicht tue, werde ich mich immer so fühlen, wie sich die wohl hochbegabte  Anna Scott (Julia Roberts) in Notting Hill gefühlt hat als ihr William Thacker (Hugh Grant) einen Korb gegeben hatte und sie resignierte: “Ich bin doch nur ein Mädchen, dass vor einem Jungen steht und ihn bittet, es zu lieben.”

Denken Sie daran: So steht Ihre Hochbegabung vor Ihnen und will von Ihnen geliebt werden."

Literatur
Brackmann, Andrea:
-          Ganz normal hochbegabt. Leben als hochbegabter Erwachsener, Stuttgart 2007.
-          Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel? Stuttgart 2005.
Fietze, Katharina: Kluge Mädchen. Frauen entdecken ihre Hochbegabung. 2. Auflage, Berlin 2013.
Rost, D.H.: Intelligenz. Fakten und Mythen. Weinheim, Basel 2009.

© Saskia-Marjanna Schulz 2015



Samstag, 16. November 2019

Kinder haben Rechte: Veranstaltung zur Veröffentlichung des Zweiten Kinderrechtereports im Bundesfamilienministerium



Kinder haben Rechte
©SOS-Kinderdorf e.V./Sandra Luedeke



Berlin, 15. November 2019
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention veröffentlichte die “National Coalition Deutschland” den Zweiten Kinderrechtereport und stellte ihn heute in einer dialogisch angelegten Veranstaltung in Berlin Bundesministerin Dr. Franziska Giffey vor. Im Report bewerten Kinder und Jugendliche die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Auch betreute Jugendliche des SOS-Kinderdorf e.V. hatten bei der Erstellung mitgewirkt.

Bei der Veranstaltung in Berlin legten heute 18 Kinder und Jugendliche Bundesministerin Dr. Franziska Giffey den Zweiten Kinderrechtereport vor. Präsentiert wurden Teile der Ergebnisse von Kindern und Jugendlichen, die für den Bericht eigene Projekte durchgeführt und auch als Teil des Redaktionsteams bei der Erstellung des Reports beteiligt waren.

Zwei Mädchen aus dem ambulanten Bereich von SOS-Kinderdorf Hamburg, Joelina, 15, und Leyla, 13, hatten an den jeweils dreitägigen Arbeitstreffen im Frühjahr und Sommer teilgenommen und reisten nun auch zur Übergabe mit ihrer Betreuerin nach Berlin. Beide wollen die Möglichkeit, sich beim Thema Kinderrechte zu beteiligen, weiter verfolgen: „Ich würde gerne nächstes Jahr mit nach Genf zum UN-Ausschuss fahren und die Ergebnisse des Projektes vorstellen“, meinten sie einhellig.

Für SOS-Kinderdorf stand der Termin im Bundesministerium ganz im Sinne des strategischen Vereinsziels “Jungen Menschen eine Stimme geben”. Luise Pfütze von der SOS-Stabsstelle Advocacy und zugleich Sprecherin der National Coalition betonte: Wichtig ist, dass junge Menschen selbst als Expert*innen in eigener Sache zu Wort kommen, wenn es um die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland geht. Die Ergebnisse des Reports zeigen, dass Kinder und Jugendliche sich oftmals weit über den eigenen Tellerrand hinaus um Kinderrechte Gedanken machen und solidarisch für ihre Altersgenoss*innen eintreten.”


Der SOS-Kinderdorf e.V.:

SOS-Kinderdorf bietet Kindern in Not ein Zuhause und hilft dabei, die soziale Situation benachteiligter junger Menschen und Familien zu verbessern. In SOS-Kinderdörfern wachsen Kinder, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem familiären Umfeld auf. Sie erhalten Schutz und Geborgenheit und damit das Rüstzeug für ein gelingendes Leben. Der SOS-Kinderdorfverein begleitet Mütter, Väter oder Familien und ihre Kinder von Anfang an in Mütter- und Familienzentren. Er bietet Frühförderung in seinen Kinder- und Begegnungseinrichtungen. Jugendlichen steht er zur Seite mit offenen Angeboten, bietet ihnen aber auch ein Zuhause in Jugendwohngemeinschaften sowie Perspektiven in berufsbildenden Einrichtungen. Ebenso gehören zum SOS-Kinderdorf e.V. die Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen. In Deutschland helfen in 38 Einrichtungen insgesamt über 4.100 Mitarbeiter. Der Verein erreicht und unterstützt mit seinen Angeboten rund 108.000 Kinder, Jugendliche und Familien in erschwerten Lebenslagen. Darüber hinaus finanziert der deutsche SOS-Kinderdorfverein 113 SOS-Einrichtungen in 37 Ländern weltweit.

Mehr Informationen unter www.sos-kinderdorf.de

Donnerstag, 14. November 2019

EUROPA: Deutsch Griechisches Theater Κώστας Παπακωστόπουλος


Deutsch Griechisches Theater Κώστας Παπακωστόπουλος


LIEBE FREUNDE DES DEUTSCH GRIECHISCHEN THEATERS,


mein Ensemble und ich freuen uns, im Dezember die neue Theaterproduktion unseres Theaters zu präsentieren:


EUROPA 

von Lars von Trier und Niels Vørsel
Konzept und Regie 

Kostas Papakostopoulos


05. Dezember 2019 um 20:00 Uhr
06. Dezember 2019 um 20:00 Uhr
07. Dezember 2019 um 20:00 Uhr 


im Urania Theater 

Platenstr. 32, 50825 Köln


Kartenreservierungen über das DGT:
info@dgt-koeln.de – Tel.: 0221/421283
oder über Offticket: offticket.de/veranstaltungen/dgt



Weitere Aufführungen im Jahr 2020 


Im Urania Theater:

24. Januar 2020 um 20:00 Uhr
25. Januar 2020 um 20:00 Uhr

Im COMEDIA Theater:
13. Februar 2020 um 20:30 Uhr
14. Februar 2020 um 20:30 Uhr
Kartenreservierungen auch über das COMEDIA Theater

Im Schauspiel Köln:
11. März 2020 um 20:00 Uhr
12. März 2020 um 20:00 Uhr

Kartenreservierungen auch über das Schauspiel Köln

Weitere Informationen zu EUROPA und zum DGT finden Sie auf unserer Homepage: www.dgt-koeln.de

„Du hörst jetzt auf meine Stimme. Meine Stimme wird dir helfen, dich noch tiefer nach Europa zu führen. Ich zähle jetzt von eins bis zehn, bei zehn wirst Du in Europa sein“ (aus dem Film „Europa“ von Lars von Trier)


Dieses unser Europa steht heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, vor neuen Herausforderungen, durch die über seine Zukunft entschieden wird. Im Lichte dieser aktuellen Lage präsentieren wir anlässlich des ebenfalls 30jährigen Jubiläums unseres Theaters die Produktion EUROPA, ein Schauspiel auf der Grundlage des gleichnamigen Films des dänischen Regisseurs Lars von Trier, konzipiert und inszeniert von Kostas Papakostopoulos.

Der Film „Europa“ verlagert die Geschichte auf die Ruinen des vom zweiten Weltkrieg zerstörten Deutschlands in der sogenannten „Stunde Null“. Auf allegorische Art und Weise zeigt der Film den verzweifelten Versuch des Wiederaufbaus Europas über die Nachwehen seiner düstersten Vergangenheit hinweg. Protagonist hierbei ist ein junger Idealist deutsch-amerikanischer Abstammung, der Deutschland 1945 erreicht und ungewollt zum Spielball zweier gegenstrebender Gruppen wird: den nationalsozialistischen Fanatikern, so genannte Werwölfe, und dem amerikanischen Geheimdienst.

In der Theaterinszenierung der filmischen Vorlage schickt Kostas Papakostopoulos seinen Protagonisten als heutigen Bürger in die Vergangenheit, auf dieselbe Zugreise durch diese Nachkriegsepoche. Dunkle Triebkräfte nehmen zerstörerische Gestalt an, terrorisieren ihn und erschüttern in ihrem Verlauf seine Überzeugungen, Werte und Ideale unwiederbringlich. Herbert Mitschkes Musikkomposition und die Videokulissen von John Seidler schaffen den Bild- und Klangraum für diese kafkaeske, alptraumhafte Reise in die europäische Geschichte. Es eröffnen sich dem Publikum die historischen Gesichter Europas. So entsteht ein interdisziplinäres Projekt im Grenzbereich von Theater, Videoinstallation und Musik.

Unaufhaltsam rollt der Zug in unserer Inszenierung mit heruntergelassenen Sichtblenden durch eine nächtliche Bombenwüste. Kann dieser Zug heuteumgeleitet werden?


Deutsch Griechisches Theater

Zülpicher Str. 218
50937 Köln
Tel.: +49-221-421283
www.dgt-koeln.de

Κώστας Παπακωστόπουλος
Καλλιτεχνικός Διευθυντής
Ελληνογερμανικού Θεάτρου 



Kontakt zu Lilli Cremer-Altgeld

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Lilli Cremer-Altgeld

Lilli Cremer-Altgeld
Lilli Cremer-Altgeld ist gelernte Print-, Radio- und Fernseh-Journalistin. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) hat sie über internationale Wirtschaftspolitik geschrieben. Als Universitätskuratorin leitete sie den Arbeitskreis Presse an der Privaten Universität Witten/Herdecke. Sie hat an der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Köln, Leipzig und Dresden Kommunikation unterrichtet und wurde aufgenommen als Mitglied im Rednerlexikon für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ihre Seminare und Vorträge führten sie durch Deutschland, Europa, in die USA, in die Karibik und nach Afrika. Von der Stadt Köln ist Cremer-Altgeld für Ihre Arbeiten mit dem Museumsportrait 'Kölner Persönlichkeiten' ausgezeichnet worden ebenso wie mit der gleichnamigen Veröffentlichung von Professor Alphons Silbermann und Peter H. Fürst. Auswahlkriterien waren: Wer »hervorragend geeignet erschien, sein Köln in all seiner Lebendigkeit und Farbigkeit, seiner menschlichen Wärme und hohen Intellektualität zu vertreten.« Cremer-Altgeld ist Bloggerin. Sie interviewt Menschen aus allen sozialen Milieus: unbekannte, unerkannte, bekannte, berühmte und weltberühmte Persönlichkeiten. Sie schreibt und arbeitet als Beraterin für Wirtschaftsunternehmen, Institutionen und Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur lillicremeraltgeld@t-online.de

Für Frieden und Harmonie in der Partnerschaft, Ehe + Familie: ZWILLINGSLERNPROGRAMM. Bitte teilen.

Für Frieden und Harmonie in der Partnerschaft, Ehe + Familie: ZWILLINGSLERNPROGRAMM. Bitte teilen.
Impuls für eine Diskussion: Eine frühere Freundin gewährte mir den völligen Einblick in ihre Arbeit zur Diplom-Psychologin. Thema: „Alkoholismus und die Gewalt bei Männern.“ Später habe ich an einer Studie der Bundesregierung mitgearbeitet: Es ging um schwangere Frauen aus bildungsfernen Milieus. Viele Frauen, mit denen ich damals gesprochen habe, sahen keinen Ausweg, sich gegen ihren Mann zu wehren - viele von ihnen hatten auch deshalb das Ziel: Immer wieder schwanger zu werden - weil die Männern dann weniger, weniger brutal oder manchmal gar nicht geschlagen haben. Mein – inzwischen: UNSER – Gedanke: ZWILLINGSLERNPROGRAMM für Mädchen und Jungen: A-Zwilling: Selbstverteidigungsausbildung für Mädchen und Jungen. B-Zwilling: Psychologische Ausbildung für Jungen und Mädchen. Ab der Grundschule verpflichtend für alle Kinder. Ziel: Das Ende der Gewalt in der Liebe, Partnerschaft und in der Familie. Dazu haben wir Mails geschrieben an ☕ Bundesministerium für Bildung und Forschung ☕ Ministerpräsident:innen der Länder ☕ Kultusministerkonferenz ☕ Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ☕ Kirchen. Nach dem GESETZ DER KRITISCHEN MASSE (Spieltheorie) kann den Frauen, Kindern – und auch Männern in der Zukunft geholfen werden. Erste Angesprochene haben sich gemeldet. Hintergrundinformation, Entwicklung und aktueller Stand gibt es mit dem Klick auf das Foto.

Weihnachtsseite für Hochbegabte?

Liebe Hochbegabte,

warum brauchen Hochbegabte eine eigene Seite für Weihnachten?

Singen sie nicht die gleichen Lieder?
Essen sie nicht die gleichen Speisen?
Haben sie nicht die gleichen Freuden?

Ja. Und: nein.

Um es gleich zu sagen: DIE Hochbegabten gibt es ebenso wenig wie DIE Deutschen oder DIE Katholiken.

Die Seite ist entstanden vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die ich mit Hochbegabten gemacht habe: Sie sind – waren – Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Coachees, Geschäftsfreunde und Geschäftsfreundinnen, Interviewpartnerinnen und Interviewpartner.

In dieser Zeit vor Weihnachten erinnere ich mich gerne an wertvolle Gespräche. Fragen. Gedanken. Fragmente.

Eben daran, dass es Hochbegabte gibt, die besondere Herausforderungen lieben. Darüber habe ich vorgedacht.

Was können Herausforderungen für Hochbegabte sein?

Zum Beispiel: kochen!

Wenn sie nicht tagtäglich am Herd stehen, um ‚ Arme Kölsche Ritter mit beschwipsten Pflaumen’ oder ‚ Crème brûlée mit Vanille und Rosmarin’ zu zaubern, dann kann es schon eine Herausforderung für sie sein, eine ‚Ente à l'orange auf klassische Art’ oder ein ‚Baiserbusserl’ am Weihnachtstag auf den Tisch zu bringen.

Oder:

Es gibt Hochbegabte, die nicht jedes Jahr vor ihrem Freundes- oder Familienkreis – vor ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Geschäftsfreunden - die gleiche Rede leicht abgewandelt halten mögen.

Für sie mag es eine Herausforderung sein, sich zu fragen, warum gerade die Rede von John F. Kennedy, Martin Luther King oder Perikles so ergreifend gewesen ist. So bedeutend, dass wir uns heute noch erinnern? Was können diese Hochbegabten für sich daraus lernen und was umsetzen?

In diesem Sinne wünsche ich allen Hochbegabten eine prickelnde Vorweihnachtszeit.

Für Sie und Ihre Lieben glückliche Weihnachtstage.

Von Herzen
Ihre
Lilli Cremer-Altgeld
Bedburg/Köln im November 2009

PS Herausforderung: Was ist für Sie 'Liebe' ? Was bedeutet Ihnen 'Liebe'?

PPS Leider funktioniert das Kontaktformular nicht. Wenn Sie mir schreiben mögen, bitte mit dieser Adresse: xmashochbegabte@t-online.de


Man trägt viel im Herzen, was man nie einem anderen Menschen mitteilen kann. Greta Garbo

Mordsschnee

Mordsschnee
Marc Girardelli und Michaela Grünig

Gleich gibt es heissen Tee!

Gleich gibt es heissen Tee!
Foto: Saskia-Marjanna Schulz

Heitere, bisweilen zum Nachdenken anregende Frauenunterhaltung - Lektüre mit Herz!

Heitere, bisweilen zum Nachdenken anregende Frauenunterhaltung - Lektüre mit Herz!
Michaela Grünig

Heut' ist mir alles herrlich; wenn's nur bliebe! Ich sehe heut' durchs Augenglas der Liebe. Johann Wolfgang von Goethe

Liebe

... ist ein Kunstwerk.

Ingeborg Bachmann

Die Freunde, die man um vier Uhr morgens anrufen kann, die zählen. Marlene Dietrich

Liebe

... ist ein Zeitwort, ein Verhältniswort, ein Zahlwort oder ein Umstandswort - je nachdem.

Orson Welles

Schnee

Schnee
Foto: Saskia-Marjanna Schulz

Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben, die Dummheit, damit wir die Männer lieben. Coco Chanel

Vorfreude

Vorfreude
Foto: Saskia-Marjanna Schulz

Bevor es Guide-Michelin-Sterne-Köche gab ...

– also vor 1900 – gab es auch schon hochbegabte Meisterköche. Einer der bekanntesten Köche der Neuzeit war Georges Auguste Escoffier (1846-1935).

Noch bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhundert war es eine ehrenvolle Verpflichtung jedes Kochkollegen – und jeder Kochkollegin – beim Nennen seines Namens (!) aufzustehen(!). Manche Kollegen führten diesen Kult noch weiter und verneigten ihr Haupt vor ihm. Andere Zeiten gewiss.

Aber Escoffier beeinflusste die französische Haute Cuisine auch auf besondere Weise: Er liess sich von Köstlichkeiten aus anderen Ländern inspirieren.

Er kochte in Paris und Nizza. Sein erstes Restaurant, Le Faisan doré, eröffnete er in Cannes. Im Jahre 1879 übernahm er die Leitung des Maison Chevet am königlichen Palast in Paris.

Später kreierte er seine weltberühmten Speisen wie zum Beispiel Seezungenfilet Coquelin, Homard à l’américaine, Geflügel à la Derby und Pfirsich Melba.

1898 wurde das berühmte ‚Ritz’ an der Place Vendôme in Paris eröffnet. Escoffier übernahm die Direktion der Küche.

1903 wurde sein bekanntestes Buch herausgegeben: der ‚Guide Culinaire’ - ‚Kochkunstführer’.

Der französische Präsident Raymond Poincaré erhob Escoffier am 11. September 1919 zum Ritter der Ehrenlegion Frankreichs.


Escoffiers ‚Guide Culinaire’ wird als eine der formalen Grundlagen der Kochkunst des 20. Jahrhunderts angesehen.




Viele Frauen sind nur auf ihren guten Ruf bedacht, aber die anderen werden glücklich. Josephine Baker

Auf eine Christblume

I

Tochter des Waldes, du Lilienverwandte,
So lang von mir gesuchte, unbekannte,
Im fremden Kirchhof, öd und winterlich,
Zum erstenmal, o schöne, find ich dich!

Von welcher Hand gepflegt du hier erblühtest,
Ich weiß es nicht, noch weßen Grab du hütest;
Ist es ein Jüngling, so geschah ihm Heil,
Ist's eine Jungfrau, lieblich fiel ihr Teil.

Im nächtgen Hain, von Schneelicht überbreitet,
Wo fromm das Reh an dir vorüberweidet,
Bei der Kapelle, am kristallnen Teich,
Dort sucht ich deiner Heimat Zauberreich.

Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne;
Dir wäre tödlich andrer Blumen Wonne,
Dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft,
Himmlischer Kälte balsamsüße Luft.

In deines Busens goldner Fülle gründet
Ein Wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet;
So duftete, berührt von Engelshand,
Der benedeiten Mutter Brautgewand.

Dich würden, mahnend an das heilge Leiden,
Fünf Purpurtropfen schön und einzig kleiden:
Doch kindlich zierst du, um die Weihnachtszeit,
Lichtgrün mit einem Hauch dein weißes Kleid.

Der Elfe, der in mitternächtger Stunde
Zum Tanze geht im lichterhellen Grunde,
Vor deiner mystischen Glorie steht er scheu
Neugierig still von fern und huscht vorbei.

II
Im Winterboden schläft, ein Blumenkeim,
Der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
In Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel;
Nie soll er kosten deinen Honigseim.

Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist,
Wenn jede Zier des Sommers hingesunken,
Dereinst, von deinem leisen Dufte trunken,
Mir unsichtbar, dich blühende umkreist?

Eduard Mörike (1804-1875)


Frauen, die unter sich sind, brauchen keine Männer. Das macht sie stark. Männer sind früher oder später auf Frauen angewiesen, das macht sie schwach. Loriot

Altes Kaminstück

Draußen ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, stillvertraut.

Sinnend sitz ich auf dem Seßel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Waßerkeßel
Längst verklungne Melodien.

Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zu Mut.

Dämmernd kommt heraufgestiegen
Manche längst vergeßne Zeit,
Wie mit bunten Maskenzügen
Und verblichner Herrlichkeit.

Schöne Frauen, mit kluger Miene,
Winken süßgeheimnisvoll,
Und dazwischen Harlekine
Springen, lachen, lustigtoll.

Ferne grüßen Marmorgötter,
Traumhaft neben ihnen stehn
Märchenblumen, deren Blätter
In dem Mondenlichte wehn.

Wackelnd kommt herbeigeschwommen
Manches alte Zauberschloß;
Hintendrein geritten kommen
Blanke Ritter, Knappentroß.

Und das alles zieht vorüber,
Schattenhastig übereilt -
Ach! da kocht der Keßel über,
Und das naße Kätzchen heult.

Heinrich Heine (1797-1856)

Weihnachten

... - ein Fest der Freude. Leider wird dabei zu wenig gelacht.

Jean-Paul Sartre

Winterlied

Geduld, du kleine Knospe
Im lieben stillen Wald,
Es ist noch viel zu frostig,
Es ist noch viel zu bald.

Noch geh ich dich vorüber,
Doch merk ich mir den Platz,
Und kommt heran der Frühling,
So hol ich dich, mein Schatz.

August Graf von Platen (1796-1835)


Jeder von uns ist sein eigener Teufel, und wir machen uns diese Welt zur Hölle. Oscar Wilde

Weihnachten

Zwar ist das Jahr an Festen reich,
Doch ist kein Fest dem Feste gleich,
Worauf wir Kinder Jahr aus Jahr ein
Stets harren in süßer Lust und Pein.

O schöne, herrliche Weihnachtszeit,
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
Teilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,
So kommt der heilige Christ hinein,
Und Alle sind ihm lieb wie die Seinen,
Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

Der heilige Christ an Alle denkt,
Ein Jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freu'n und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)


Liebe

... einen Menschen zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Am Weihnachtsabend

Stehst du freundlich wieder offen,
Meiner Kindheit Paradies,
Das ich unter frohem Hoffen,
In der Jugend Mut verließ? -

Haben Zauberlandes Räume
Hell sich wieder aufgetan,S
chaukeln meine alten Träume
Wieder mich in süßem Wahn?

Gießt der Kerzen muntrer Schimmer
Licht durch meine Lebensnacht,
In der schon seit Jahren nimmer
Ruhesterne mir gelacht? -

Wär ich niemals doch geschieden
Aus dem engbeschränkten Reich;
Dann wär meiner Seele Frieden
Noch wie damals ewig gleich.

Ach, nun scheinen Weihnachtskerzen
Wie der Fackel düstrer Zug,
Wenn zum Grab gebrochne Herzen
Auf der Bahre hin man trug. -

Oder wie die Abendröte
Noch den Horizont bemalt,
Wenn sich schon die Nacht erhöhte,
Längst nicht mehr die Sonne strahlt.

Abglanz des verlornen Glückes
Find ich, wo sonst Glückes Spur:
Kenne Gunst des Augenblickes
Diesen bleichen Schatten nur.

Matt versanken kleine Freuden
Vor der Liebe Sonnenglanz. -
Nach der Liebe steht das Scheiden,
Es zerriss mir meinen Kranz.

Flattern auch noch kleine Blüten
Hier und dort mir freundlich zu,
Nehm ich sie, wie sie sich bieten;
Doch sie geben keine Ruh.

Leuchtet nur ihr Weihnachtskerzen,
Durch die Winternacht so mild,
Also strahlt durch Gram und Schmerzen
Meiner einz’gen Liebe Bild.

Ida Gräfin Hahn-Hahn (1805-1880)

Schnee

Schnee
Foto: Saskia-Marjanna Schulz

Es ist wieder soweit ...

Es ist wieder soweit ...
Foto: Saskia-Marjanna Schulz

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Cicely Saunders

Liebe

... es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr: trotz seiner selbst.

Victor Hugo

Ein Fichtenbaum steht einsam

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh'.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Heinrich Heine (1797-1856)


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky

Liebe

... eine Liebesbeziehung kann man zerreden. Zerschweigen kann man sie nicht.

Robert Musil

Ich kann Euch zu Weihnachten nichts geben

... ich kann Euch für den Christbaum, wenn ihr überhaupt einen habt, keine Kerzen geben, kein Stück Brot, keine Kohle zum Heizen, kein Glas zum Einschneiden. Wir haben nichts. Ich kann Euch nur bitten, glaubt an dieses Österreich!

Leopold Figl, Weihnachtsansprache 1945,
Land Oberösterreich


Wenn der Mensch verliebt ist, zeigt er sich so, wie er immer sein sollte. Simone de Beauvoir

Liebe

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein;

Langen
Und bangen
In schwebender Pein,

Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt,
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe

"Natürlich wollen wir grundlegende Veränderungen. Wenn das Revolution ist, dann bin ich ein Revolutionär. Selbst Jesus war das, er wollte Güte, Gerechtigkeit und Vergebung." - Desmond Tutu, Interview in "DER SPIEGEL", Ausgabe 43/1984

Die Geschichte des guten Jesus hab ich nun so satt, daß ich sie von keinem als allenfalls von ihm selbst hören möchte. Johann Wolfgang von Goethe